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Was zunächst nur für eine beliebte Fernsehsendung von einigem Unterhaltswert schien, wurde durch exakte Nachprüfungen bestätigt und erwies sich als folgenreiches Faktum: Der geographische Mittelpunkt Deutschlands liegt in der Gemarkung der Gemeinde Niederdorla in Thüringen. Damit ist das Vogteidorf im Unstrut-Hainich-Kreis zu einem touristischen Anziehungspunkt geworden.
Im Frühjahr 1991 wurde am Mittelpunkt unter großer Anteilnahme von Bevölkerung, Kommunalpolitikern und auch den Medien eine Kaiserlinde gesetzt, erste Überlegungen zur Gestaltung des Areals mündeten schließlich in ein gestalterisches Gesamtkonzept, im Sommer 1991 wurde das erste Mittelpunktfestgefeiert.
Nur einen Steinwurf vom Mittelpunkt entfernt liegt ein altes germanisches Opfermoor; hier fanden in den Jahren 1957 bis 1964 umfangreiche archäologische Grabungen statt, die reiche Funde erbrachten. Geleitet wurden diese Grabungen von Prof. Behm-Blancke (Museum für Ur- und Frühgeschichte Weimar), der die Funde auch wissenschaftlich auswertet. Bei der touristischen Erschließung und Gestaltung des Areals ging es nun darum, beide Komponenten – den Mittelpunkt Deutschlands und das germanische Opfermoor – zu einer sinnträchtigen Gesamtanlage zu verbinden.
Die stufenweise zu realisierenden Auf- und Ausbauarbeiten werden von einem Zweckverband getragen, der von den Vogteigemeinden Oberdorla, Niederdorla und Langula gegründet wurde. Ein wichtiger Schritt zur Verwirklichung des Gesamtkonzeptes war die Errichtung eines Ausstellungspavillons in unmittelbarer Nähe des Mittelpunktes. Dank der Initiative der Bürgermeister der Vogteigemeinden sowie des Landrates konnte das Gebäude am 03.07.1992 der Öffentlichkeit übergeben werden.
Um zur Eröffnung des Hauses eine attraktive Ausstellung zu bieten, wurden das Museum für Ur- und Frühgeschichte Weimar, die Martin-Luther-Universität Halle und die Mühlhäuser Museen um Unterstützung gebeten. Durch die Hilfe dieser Institutionen konnte die Ausstellung termingerecht eröffnet werden.
Die Ausstellung bietet Einblicke in die Geschichte und Entwicklung des Opfermoores bis hin zur beginnenden Christianisierung. Ergänzend hierzu wird anhand archäologischer Funde aus dem Bestand der Mühlhäuser Museen ein großflächiges Siedlungsgebiet der Linienbandkeramiker am Roten Graben bei Niederdorla vorgestellt. Abgeschlossen wird die Ausstellung mit einer regionalgeschichtlichen Präsentation über bedeutende Persönlichkeiten der Vogtei.